Der Herrenhut war einmal das Schmuckstück des Mannes. Designer wie Tommy Hilfiger und Ralph Lauren, Gucci und John Varvatos, auch Baldessarini selbst setzen plötzlich wieder auf das angestaubte Accessoire. Modemagazine sparen nicht mit wohlmeinenden Tipps, wie zum Beispiel: "Der Hut kann, gut gesetzt, die Krone eines jeden Outfits sein".
Die Hut-Träger von heute schauen nicht zurück, sie erfinden sich im Handumdrehen neu. So kommt es, dass der Münchner Jimi Blue Ochsenknecht, 15, der nach seinem ersten Erfolg als Schauspieler in dem Kinofilm "Wilde Kerle" nun auch als Sänger sein Glück versucht, von den obligatorischen Hüftjeans bis zum glitzernden Bühnenanzug so gut wie alles trägt. Nur auf eines mag er nicht verzichten - und das ist sein Hut. Ein Modell mit einer schmalen Krempe, entworfen vom Designer Werner Baldessarini.
Die neuen Hüte orientieren sich an klassischen Vorbildern wie dem Porkpie oder dem Trilby. Porkpie trug beispielsweise Gene Hackman im Kino-Klassiker "French Connection". Es ist ein Hut mit rundem Kopfeinschlag, die Form erinnert an eine gestürzte Fleischpastete, was den Namen "Porkpie" erklärt. Im Sommer gab es ihn schon als Strohhut mit Leinenfaltenband. Jetzt, im Herbst und im Winter, sind Filz- und Wollqualitäten gefragt. Der Trilby ist ein Unisex-Hut, von ovalem Zuschnitt, mit seitlich aufgebogener, schmaler Krempe. Eigentlich ein Altherrenhut. Sein Comeback freilich verdankt der Trilby den Weltstars Justin Timberlake und Christina Aguilera. Der Trilby wird vorzugsweise in Karostoffen gefertigt oder aus Tweed und Filz. Auch trägt man ihn nicht zu Wolljackett und Wintermantel, sondern zu Jeans- und Lederjacken. Es gibt auch kein vorgeschriebenes Höchstalter für die neue Art, Hut zu tragen. Jeder kann das, man muss sich nur trauen. Erlaubt ist praktisch alles, verboten fast nichts.
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